Johann L. Prasch
Gerhard Dünnhaupt (Hrsg.)



Gründliche Anzeige von Fürtrefflichkeit und Verbesserung teutscher Poesie



Samt einer poetischen Zugabe

Gründliche Anzeige von Fürtrefflichkeit und Verbesserung teutscher Poesie
  • 978-3-7772-9426-1
  • 9783777294261
  • Johann L. Prasch
  • Gerhard Dünnhaupt
  • Gerhard Dünnhaupt
  • Samt einer poetischen Zugabe
  • Rarissima litterarum
  • 3
  • VIII, 98
  • 1995
  • Leinen
  • 16,0 x 10,0 cm
  • 1 Abb.
  • Anton Hiersemann Verlag


  • Johann Ludwig Prasch kam 1637 in Regensburg zur Welt, wo er sein ganzes Leben verbringen sollte. Im Anschluß an den Besuch des Poetischen Gymnasiums seiner Heimatstadt studierte er zunächst Geschichte in Jena, anschließend Jura in Straßburg, um schließlich in Gießen seine staatspolitischen und juristischen Studien zum Abschluß zu bringen. Sein dortiger Lehrer war der große Jurist Johann Otto Tabor, mit dessen Tochter er sich später vermählte. Wieder nach Regensburg zurückgekehrt, machte er sprunghaft Karriere und brachte es in rapider Folge zum Stadtsyndikus, Schulrat, Ratsherrn, Konsistorialpräsidentne, Bürgermeister und Reichstagsabgeordneten. Trotz wachsender Inanspruchnahme durch öffentliche Ämter veröffentlichte er in steter Folge eine erstaunliche Zahl schöngeistiger und gelehrter Schriften auf den verschiedensten Gebieten. Selbst der scharf kritische Zeitgenosse Erdmann Neumeister spricht von Praschs "unsterblichen Verdiensten". Am 11. Juni 1690 verstarb er im heimatlichen Regensburg und wurde unter hohen Ehren beigesetzt.Praschs Gründliche Anzeige von Fürtrefflichkeit und Verbesserung teutscher Poesie nimmt unter den vielen Poetiken des Barockjahrhunderts eine Sonderstllung ein. Im Gegensatz zur Poeterey des jungen Martin Opitz, einer theoretischen Schrift, die in größter Eile innerhalb weniger Stunden entstand, im Kontrast auch zu Opitz` vielen Nachfolgern und Imitatoren, die ihrerseits immer wieder nur auf ihren Vorgängern aufbauten, haben wir hier ein völlig unabhängig entstandenes kleines Werk vor uns, das auf dreißigjähriger praktischer dichterischer Erfahrung aufbaut. Entgegen seinen Vorgängern legt Prasch keinen besonderen Wert darauf, sämtliche poetischen Möglichkeiten restlos und erschöpfend durchzudeklinieren. Vielmehr begnügt er sich, aus der Perspektive eigener langjähriger poetischer Praxis eine Reihe ihm besonders wichtig erscheinender Punkte hervorzuheben. Freilich hält ihn das nicht davon ab, gelegentlich die vorbeigelungenen Verse seiner Zeitgenossen namentlich zu kritisieren, nicht ohne hier und da einen Verbesserungsvorschlag beizufügen.Auf den Seiten 49 bis 96 fügt Prasch einen Anhang eigener deutscher Poesie bei, nicht wie Opitz und seine Nachfolger zur spezifischen Illustration der jeweils diskutierten poetischen Regeln, sondern eher wie Morhof lediglich als Beispiele, wie Prasch sich wohlgeratene deutsche Gedichte vorstellt. Am Schluß der teilweise humorvollen Gedichtauswahl sind fünfzig aus dem Arabischen des Kalifen Ali übersetzte Epigramme angefügt. Ein Vergleich zu Andreas Tschernings Verdeutschung Centuria Proverbiorum Alis von 1641 bietet sich hier an.Das mit leichter Hand geschriebene, nur in wenigen Exemplaren überlieferte Büchlein (je drei vollständige Exemplare in Deutschland und im Ausland) verdient es, besser bekannt zu werden. Die hiermit im Nachdruck vorgelegte Erstausgabe erschien 1680 in Regensburg. Die Existenz einer angeblich im Jahre 1685 in Bremen entstandenen weiteren Auflage ließ sich nicht bestätigen.
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