Maria T. Fattori



Benedetto XIV e Trento



Tradurre il concilio nel Settecento

Benedetto XIV e Trento
  • 978-3-7772-1515-0
  • 9783777215150
  • Maria T. Fattori
  • Tradurre il concilio nel Settecento
  • Päpste und Papsttum
  • 44
  • XII, 361
  • 2015
  • 24,1 x 17,0 cm
  • Anton Hiersemann Verlag


  • In diesem neuen Buch der Bologneser Historikerin Dr. Maria Teresa Fattori geht es um das kirchliche Kollegialinstitut der Diözesansynode, insbesondere um den 1748 erschienenen berühmten Traktat «De Synodo dioecesana», dessen Autor kein Geringerer als Prospero Lambertini, der spätere Papst Benedikt XIV. (1675-1758, Papst ab 1740), gewesen ist. Damit beschreitet Fattori das immer noch vergleichsweise wenig beackerte Feld der Papsttumsgeschichte des 18. Jahrhunderts und nimmt eine Person in den Blick, die einer liberalen Kirchengeschichtsschreibung immer schon als einsame Lichtgestalt in der Reihe der Pontifices des Aufklärungsjahrhunderts gegolten hat. Jenseits überkommener, komplexitätsreduzierter Stereotype zeichnet die Autorin ein äußerst differenziertes, kritisch-würdigendes Bild dieses durchaus oszillierenden Papstes, in dessen weit gespanntes kirchenreformerisches Werk einerseits die Ergebnisse zeitgenössischer Wissenschaften eingeflossen sind, der andererseits aber auch die Ehre und jurisdiktio nellen Vorrechte des Apostolischen Stuhles gesamtkirchlich zu festigen und subtil aus zubauen verstand. Auf der Grundlage einer genauen Analyse von Lambertinis hoch gelehrtem Werk über die Diözesansynode geht Fattori der Frage nach, inwiefern hier eine authentische Trient-Adaptation stattfindet. Bekanntlich haben sich die Väter des Tridentinums (das Konzil von Trient fand in drei Phasen zwischen 1545 und 1563 statt) von einer Wiederbelebung des Institutes der Diözesan- und Provinzialsynode für die gesamtkirchliche Verwirklichung der tridentinischen Reform und für einen neuen Selbstvollzug des Bischofsamtes ungemein viel versprochen. Aber es kam zu mannigfachen Transformationen im posttridentinischen Synodenwesen und es konnten, nach einem kurzen Aufblühen in den letzten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts, die Partikularsynoden in den meisten europäischen Ortskirchen längst nicht jene Kraft eines autonomen legislativen und judikativen Reforminstrumentes entwickeln, die das Konzil von ihm erwartet hatte. Überzeugend führt Fattori vor, auf welche Weise Benedikt XIV. das diözesane Synodenwesen im Rahmen seiner umfassenden Reformvorstellungen zu steuern versuchte. Geradezu frappierend sind die Unterschiede, die sie etwa zum prototypischen Mailänder Synoden-Modell eines Carlo Borromeo aus dem 16. Jahrhundert aufzuzeigen vermag. So eröffnet das Buch Fattoris einen tiefenscharfen Einblick in den Prozess einer «Übersetzung» («traduzione») des Konzils von Trient, wie sie durch einen bedeutenden Papst im Blick auf die Herausforderungen und Bedingungen des wesentlich von gallikanischen und jansenistischen Konflikten geprägten 18. Jahrhunderts stattgefunden hat. Das italienischsprachige Werk enthält einen biographischen Abriss Benedikts XIV. sowie ein Namen- und Ortsregister.
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